Was dein Körper dir sagen will – und wie du wieder hinhörst

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Was dein Körper dir sagen will

Wir denken oft nicht mehr daran, aber unser Körper redet die ganze Zeit mit uns. Er meldet sich, wenn er Hunger hat, wenn er müde ist, wenn er eine Pause braucht oder wenn ihm etwas einfach nicht guttut. Nur haben die meisten von uns irgendwann verlernt, ihm wirklich zuzuhören.

Und das liegt nicht daran, dass wir es schlecht meinen mit uns selbst. Wenn du jahrzehntelang funktionieren musstest, für die Familie, für den Job, für alle um dich herum, dann lernst du irgendwann, deinen Körper einfach zu übergehen. Du machst weiter, obwohl die Erschöpfung längst da ist. Du beißt dich durch, statt kurz innezuhalten. Und mit der Zeit wird diese innere Stimme leiser. Bis du sie kaum noch hörst. Der Lärm von außen macht es auch nicht leichter.

Wie wir das Hinhören verlernt haben

Ich denke, ein großer Teil davon kommt aus der Diätkultur. Viele Frauen in unserem Alter sind schon darauf reingefallen. Wenn du jahrelang nach einem Plan gegessen hast statt nach deinem Gefühl, verlierst du irgendwann das Gespür dafür, wann du wirklich satt bist. Kalorien zählen ersetzt das Spüren.

Beim Thema Erschöpfung ist es ganz ähnlich. Der Körper meldet sich mit Müdigkeit, mit Verspannung, manchmal mit Schmerz, und wir überhören es einfach, weil wir gelernt haben, dass Durchhalten wichtiger ist als Innehalten.

Und dann kommt natürlich noch dazu, dass uns ständig von außen suggeriert wird, wie wir zu sein haben, was gerade angesagt ist und wie wir uns selbst optimieren können – Social Media sei (nicht) Dank!

Zum Glück können wir Dinge verändern, wenn sie uns bewusst geworden sind, und die Verbindung zu deinem Körper kannst du dir zurückholen.

Welche Signale dein Körper dir gibt

Der Heißhunger zum Beispiel: Wenn er dich plötzlich überfällt, auf Süßes, auf Deftiges, dann ist das so gut wie nie eine Frage der Disziplin. Meistens sagt er dir einfach: Ich habe heute nicht genug Nährstoffe bekommen, die ich zum Erhalt meiner Gesundheit dringend brauche. Eine gesunde pflanzenbasierte Ernährung und feste, regelmäßige Mahlzeiten helfen dir dabei enorm, gar nicht erst in dieses Loch zu fallen, aus dem der Heißhunger entsteht.

Dann die Müdigkeit: Es gibt einen Unterschied zwischen dem normalen Durchhänger am Nachmittag und echter Erschöpfung. Wenn dein Körper nach Ruhe verlangt, hat das immer einen Grund. Ihn zu ignorieren kostet dich am Ende mehr Kraft, als eine kurze Pause je gekostet hätte.

Oder die Anspannung: Verspannte Schultern, ein flacher Atem, dieses Ziehen im Bauch, das du kennst. Dein Körper zeigt dir Stress oft, bevor du ihn überhaupt bewusst wahrnimmst. Das sind wertvolle Frühwarnzeichen, wenn du lernst, sie zu lesen.

Der Schmerz spricht die deutlichste Sprache von allen. Er sagt dir: Hier stimmt etwas nicht, schau genauer hin. Ihn wegzudrücken oder mit einer Tablette zu übertönen heißt, eine wichtige Nachricht einfach zu ignorieren.

Manchmal wird in dir auch etwas anderes laut, das aus alten, nicht erkannten Glaubenssätzen aus der Kindheit besteht. Ein schlechtes Gewissen oder der Gedanke, du hättest wieder versagt, nur weil du eine Pause gebraucht hast. Wenn du diese Glaubenssätze erkennst, kannst du dir auch anders begegnen, mit mehr Nachsicht und Mitgefühl statt mit Härte.

Wie du wieder hinhörst

Nimm dir mehrmals am Tag einfach eine Minute. Augen zu, wenn es geht, und frag dich: Wie fühle ich mich gerade wirklich? Angespannt, müde, unruhig? Du musst nichts ändern. Wahrnehmen reicht am Anfang völlig.

Wenn du merkst, dass die Müdigkeit hochkommt, probier doch mal aus, wirklich kurz zu pausieren, statt durchzuhalten. Schau, wie du dich danach fühlst.

Schreiben hilft sehr gut beim Hinhören, besonders wenn du mit der Hand schreibst. Es kann ein Journal sein oder das gute alte Tagebuch. Schreib auf, welche Signale du bemerkst, welche Gefühle hochgekommen sind und wie du reagiert hast. So siehst du Muster, die dir sonst entgehen würden. Das ist außerdem eine schöne Auszeit für dich, die vor dem Schlafengehen besonders wertvoll ist.

Dein Körper als Partner

Wenn du anfängst, wieder auf deinen Körper zu hören, ist es keine zusätzliche Aufgabe und es muss schon gar nicht perfekt sein. Es reicht, öfter mal kurz innezuhalten, statt nur zu funktionieren. Kleine Routinen können hier eine große Hilfe sein. Spüre einfach einmal in dich rein, wie du dir die Zeit für dich nehmen magst. Du wirst bestimmt die richtigen Antworten erhalten.

Wird das immer gut klappen? Nein, natürlich nicht, manchmal wirst du die Signale des Körpers trotzdem übergehen, wenn der Alltag wieder einmal zu fordernd ist. Das ist ganz menschlich.

Aber je öfter du hinhörst, desto vertrauter wird dir diese innere Stimme wieder und du entwickelst ein Frühwarnsystem. Dein Körper ist nicht dein Gegner, den du überlisten musst. Er ist dein Freund und Partner und er sagt dir die ganze Zeit, was er braucht. Du darfst nur wieder lernen zuzuhören